Obwohl sich Batzenhofen trotz der Nähe zu Gersthofen und Augsburg seinen ländlichen Charakter weitgehend bewahren konnte, existieren einige ortsansässige Gewerbebetriebe. Alte Hausnamen wie "Sattler" (Kugelmann), "Käser" (Rößle) oder "Wanger", vermutlich eine Verballhornung des Wortes Wagner (Liepert), legen nahe, daß dies schon immer so war. Immerhin betrieb die Familie Rößle noch bis in die 60er Jahre eine Milchsammelstelle. In zwei oder drei Generationen wird vermutlich auch niemand mehr so recht wissen, warum die Heicheles "Bäck" genannt werden. Eine Mehlstauballergie des heutigen Besitzers führte zur Schließung dieses Traditionsbetriebs.
Elektrohandwerk
Während alte Handwerkstraditionen wie die Wagnerei der Familie Walter oder die Schmiede der Familie Reiter mit dem Tod ihrer Besitzer ausstarben, brachte die Moderne neue Berufschancen mit sich:
Das Elektrohandwerk ist in Batzenhofen durch die aus dem benachbarten Edenbergen stammende Firma Feirtag vertreten.

Fleischerhandwerk
Nachdem die zum Gasthof Schmid gehörende, gleichnamige Metzgerei geschlossen wurde, mußten sich die Batzenhofener ihre Fleisch- und Wurtstwaren für viele Jahre in der Umgebung, z.B. in Gablingen besorgen, sofern nicht auf das (beschränkte) Sortiment der ortsansässigen Lebensmittelgeschäfte zurückgegriffen wurde.
Dies änderte sich erst, als Konrad Rößle nach einer Lehre als Metzger und Koch seinen Meisterbrief machte und auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei Rößle einen modernen Metzgereibetrieb eröffnete. Die Metzgerei Rößle betreibt auch einen Partyservice.
Friseurhandwerk
Alteingesessene Batzenhofener erinnern sich vielleicht noch an die Frisörstube Schimmel. Sie befand sich etwa dort, wo in der heutigen Stephanstraße das Wartehäuschen steht. Nach der Schließung mußten die Batzenhofener für mehrere Jahrzehnte den Ort verlassen, wenn sie ihre Haare geschnitten oder frisiert haben wollten. Frisörmeisterin Gisela Abbt erkannte diese Marktlücke und schloß sie mit ihrem neu eröffneten Frisörsalon.
Da das Frisörhandwerk auf den Bader zurückgeht und dieser auch für kleinere medizinische Eingriffe und Kosmetik zuständig war, darf an dieser Stelle auch der Kosmetik Salon von Irmgard Schmid erwähnt werden.

KFZ-Handwerk
Die KFZ-Werkstatt mit Tankstelle Huber und Wagner trug der zunehmenden Motorisierung Rechnung. Als die Werkstatt aus den Näthen zu platzen drohte trennten sich die Partner: Huber baute am Ortseingang als Fiat Huber eine neue Werkstätte mit Verkauf, Wagner modernisierte die BP-Tankstelle Wagner auf dem bisherigen Gelände. Als Otto Kerber seinen Installationsbetrieb schloß, begann Georg Wagner diese Installationsarbeiten zu übernehmen und wurde vielen Batzenhofenern als "Wasser-Schorsch" bekannt. Eine Werkstatt mit Hebebühne kam hinzu, um Ölwechsel und kleinere Reparaturen durchzuführen. Hieraus entwickelte sich die heute von Sohn Peter geführte Werkstatt mit KFZ-Handel Peter Wagner. Der verwaiste Installateurbetrieb von Otto Kerber wurde von Theo Rößle zu KFZ-Reparatur Rößle umgebaut. Die ehemalige Milchsammelstelle gegenüber der Tankstelle Wagner beherbergt heute die Werkstatt von Motorrad Eckl. Daß die Gebrüder Eckl früher mit Eigenbau-Maschinen erfolgreich Seitenwagenrennen fuhren, spricht für die Kompetenz dieser Werkstatt.

Lebensmittel
Noch in den 50er Jahren hatten die Batzenhofener die Auswahl zwischen Lebensmittel Ziegelmayr, Molkereiprodukte Rößle, Bäckerei Heichele, Metzgerei Schmid und Lebensmittel Haferland. Getränke gab es an der Gassenschänke im Gasthof Schmid und bei Familie Walter. Von den genannten Betrieben konnte sich nur Lebensmittel Haferland ins neue Jahrtausend retten. Der von Tochter Ilse Ostermeier geführte Traditionsladen, der im Dez. 2003 sein 50-jähriges Gründungsjubiläum feierte, hatte aufgrund seines heute wieder gefragten "Tante-Emma-Charmes" und mangels innerörtlicher Konkurrenz keinerlei Existenzprobleme. Die vorübergehend hier eröffnete Postagentur hingegen wurde wegen unrentabler Konditionen bald wieder geschlossen. Im Jahr 2009 mußte Inhaberin Ilse Ostermeier den von ihrer Mutter geerbten Traditionsladen aus gesundheitlichen Gründen leider aufgeben. Viele Batzenhofener trauern nicht nur dieser lokalen Einkaufsmöglichkeit nach, sondern auch dem gepflegten Ratsch und Tratsch, der dort geboten wurde.

Gaststätte Schmid
Die Begriffe Ma-Schi-Ba(r), eine Verkürzung von Max Schmid Batzenhofen, und später Excentry Club hatten weit über Batzenhofen hinaus einen guten Klang. Die Gaststätte Schmid war für ihre Wildschweinwochen berühmt, das Fleisch stammte aus eigener Zucht von Metzgermeister Max sen., Max jun. betrieb die Disco und einen Getränkehandel mit Heimservice. Sein alter VW-Transporter war infolge seines defekten Auspuffs als "Panzer" bekannt. Schließlich ging der Gesamtkomplex an Max jun. über, der die Gaststätte längere Zeit mit gutem Erfolg weiterbetrieb, dann einige Jahre lang an die Brauerei B&E Memmingen verpachtete. In dieser Zeit hieß das Lokal u.a. Mytilini und verwöhnte die Gäste mit griechischen Genüssen.
Anschließend hatte Eigentümer Max Schmid die Gaststätte einige Jahre direkt an Andreas Baier verpachtet. Der Wirt wurde von den Gästen (den Autor eingeschlossen) durchwegs gelobt. Leider endete diese Phase im August 2011.
Die Suche des Besitzers nach einem neuen, zuverlässigen Pächter endete erst kurz vor Jahresende 2013: Am 12. Dezember erfolgte dann die Neueröffnung unter dem Namen Zum Spatzl mit der Familie Korljan als neuen Pächtern. Da das Geschäft, nachdem sich die anfängliche Neugier gelegt hatte, nur noch mäßig lief, rief man Mitte 2014 Fernseh-Sternenkoch Frank Rosin zu Hilfe. Er verpasste dem Restaurant ein neues Konzept und einen neuen Namen: Eine Mischung aus klassischem Landgasthof und Balkanrestaurant mit dem Namen Balkan Spatzl. Gleich nach der Fernsehsendung war das Lokal gut besucht und man tat gut daran, telefonisch zu reservieren, doch bald schon legte sich auch hier wieder die anfängliche Neugier und so endete diese Phase im August 2014.
Die Suche des Besitzers nach einem neuen, zuverlässigen Pächter endete kurz vor Jahresende 2014: Am 06. Dezember erfolgte dann die Neueröffnung unter dem altbekannten Namen Gasthof Schmid mit Frank Rittner als neuem Pächter. Er bot regionale schwäbisch-bayerische Küche, Brotzeiten, aber auch Flammkuchen und Pizzen. Auch der Biergarten war einen Besuch wert. Doch auch diese Phase endete bald wieder und Mitte 2016 stand man überraschend vor verschlossenen Türen.
Am 6. September 2016 erfolgte die Neueröffnung unter der Pächterfamilie Nitschke, die ebenfalls bodenständige Gerichte, aber auch Pizzen, Wraps und XL-Burger anbeitet und auch Brotzeiten und einen Biergarten zu bieten hat.
Dem Autor und seiner Frau haben die bisherigen Testessen (und das waren mittlerweile recht viele) stets geschmeckt. Auch der Service ist gut.
Gasthof Schmid, Schmutterstraße 2, 86368 Gersthofen-Batzenhofen
Tel. 08230/7016262, Mobil 0151/20829075
Montag Ruhetag

Direkt neben dem Gasthof Schmid eröffnete im Sept. 2007 ein neuer Gewebebetrieb: Der Getränkemarkt Lorenz, welcher ein reiches Sortiment an Biersorten und alkoholfreien Getränken anbietet.
Müllerhandwerk
Das Vorhandensein einer wasserbetriebenen Mühle mit Sägewerk läßt sich für Batzenhofen über viele Generationen hinweg nachweisen. Der Mahlbetrieb ging in den letzten Jahren immer mehr zurück und wurde schließlich ganz aufgegeben. Das gutgehende Sägewerk Schaflitzel zeugt jedoch noch immer von dieser ruhmreichen Vergangenheit.

Schmiedehandwerk
Aus der Not eine Tugend machte Robert Sailer, als er seine Anstellung verlor: Er machte sich selbstständig und gründete auf dem Gelände der Sägemühle Schaflitzel die "Alte Schmiede Batzenhofen". Dieser Name hält, was er verspricht. Meister Sailer fertigt zwar auch banale Dinge aus Metall, doch sein Herz schägt für das Schmiedehandwerk nach alter Väter Sitte. So kam es, daß, Jahrzehnte nach der Schließung der Schmiede Reiter in der heutigen Stephanstraße, der Hammer wieder begann, zusammnen mit dem Amoß aufs Neue sein Lied in Batzenhofen zu singen. Sailer ist auch sonst musikalisch, seine Kunstfertigkeit als Schmied plant er durch einen Damaszenerkurs noch weiter auszubauen.

Zimmererhandwerk
Die Zimmerei und Holzbearbeitung Kraus, einer der älteren Batzenhofener Betriebe, befindet sich direkt gegenüber der ehemaligen Bäckerei Heichele und stellt hauptsächlich Dachstühle her.
Schräg gegenüber, in dem zur Metzgerei Rößle gehörenden Wohnhaus, lebt der Besitzer der Schreinerei Rößle, die allerdings im benachbarten Gablingen erbaut wurde, da dem jungen Schreinermeister hier die besseren Konditionen angeboten wurden.
Die Fertigungsstätten des ehemaligen Möbel Schaller am Herdweg sind noch vorhanden, werden jedoch seit vielen Jahren nicht mehr genutzt. Dasselbe gilt für die ehemalige Wagnerei Walter. Auch die kleine Möbelfabrik Prüsse, später Möbel Heimkunst, wurde bereits vor einigen Jahren geschlossen.
Die für einige Jahre klaffende Marktlücke wurde 2006 von der Schreinerei Peter Kugelmann wieder geschlossen.

 
Schließlich gibt es noch Gewerbetreibende, die mangels entsprechender Fertigungsstätten bzw. Austellungs- oder Verkaufsrämen nicht weiter auffallen. Zu ihnen gehört beispielsweise Stefan Langer mit seinem Zeltverleih und Kaiserjäger - Tours.